Scato 7

CVJM Herbstein 18.-21.07.2002

An Ihre Exzellenzen die Damen und Herren des Pelen-Tan

Bericht der Mission zu Talstein im Julei-Manoth dieses Jahres

Hochverehrte Exzellenzen,

Magus Hadergast Weltenschmied und ich, Mutter Vara vom Orden der Danu, melden uns hiermit zurück von der Mission, die Geschehnisse um Talstein zu untersuchen. Leider müssen wir mitteilen, dass unser Medium Aillana sowie Hauptmann Hedrich auf der Mission verstarben, ebenso wie meine Novizin Sinafe und unsere vier Leibwachen. Danu erhalte ihre unsterblichen Seelen.

Magus Hadergast befindet sich noch in Rekonvaleszenz, weshalb ich diesen Bericht an seiner statt verfasse.

Doch zu den Ereignissen.
Die Befreiung Talsteins von den Insadorern war ein mühsames militärischen Unterfangen, das Hauptmann Haarspalt jedoch mit der nötigen Disziplin durchführte. Insador leistete zunächst wenig Widerstand, griff aber wie gewohnt auf nächtliche Attacken und Meuchelangriffe zurück.

Das Pelen-Tan selber sah sich von Beginn der Mission an dem tief sitzenden Mißtrauen der Krieger und ihrem Tross gegenüber, wohl begründet auf die Tatsache, dass vor drei Jahren Magier des Legates an eben diesen Recken und eben hier in Talstein Verrat geübt hatten.

Aus einigen Schriften, die der Feind zu vernichten gedachte, ging hervor, wie dereinst der schon bekannte Nebelgeist in den Kreis gebannt worden war, den wir in Talstein bereits kannten, woher er seine Kraft bezog und wie er nach Meinung eines Magiers der Feinde gebannt werden könnte. Magus Hadergast beschäftigte sich fortan hauptsächlich mit der Gruppierung der Magier um ein solches Ritual durchzuführen.
Dazu parallel erhielt Doktor Gabriel, auf den ich in einer gesonderten Depesche noch einmal genauer eingehen werde, den Auftrag, ein Kind Danus aus dem Cytraul zu befreien, die Göttin der Wahrheit und der Liebe.

Was die Existenz der Kinder der Göttin angeht, werde ich mit Eurer Erlaubnis ebenfalls eine gesonderte Depeche an meinen Orden richten, denn das Vorhandensein von "Untergottheiten" oder "Nebengöttern" stellt unser gesamtes Weltbild auf den Kopf und bedarf einer gründlichen Prüfung, ehe die Bevölkerung mit dem neuen Glauben oder Aspekten desselben konfrontiert werden darf.

Die Befreiung der einen Göttin zog nach sich, dass die anderen neun Kinder Danus ebenfalls aus der Gewalt des Unnennbaren befreit werden sollten. Jedoch scheiterte bereits die erste Mission, in der die Krieger des Ordens um Udariel im Zcytraul verschollen.
Nach reiflicher Überlegung beschloss das Pelen-Tan einstimmig, dass alle Mitglieder mit Ausnahme des Magus, aber dafür mit Hilfe des Ewigen Lichtes Danus ins Cytraul gehen sollten, um die Göttin zu retten und wenn möglich die Krieger Udariels zu befreien. Nur ich allein, mit dem Anführer des Ordens und der Göttin kehrten von dieser Mission zurück. Dennoch muss ich sie, so sehr es mich schmerzt, als erfolgreich bezeichnen.

Trotz dieser Aktion gelang es dem Pelen-Tan nicht, das Misstrauen zu zerstreuen, das gegen uns herrschte. Auch als der Nebelgeist besiegt war, wofür Hadergast fast sein Leben gelassen hatte, und wovon er sich heute noch erholt, bewachte man uns sowohl zu unserem eigenen Schutze als auch zur Bewachung all unserer Schritte.
Hier muss ich nun sagen, dass das eintrat, was wir insgeheim befürchten. Sobald der Nebelgeist besiegt war, war das Tor frei, das er zur Unterwelt besetzt hielt, und die Prophezeiung erfüllte sich. Wie vermutet nutzte der Feind die Gelegenheit und beschwor die drei Boten, die in Einheit wiederum ein Drachenwesen heraufbeschworen, was alles in allem - Insadorer, Dämonen und Drache - fast unser Verhängnis geworden wäre. Allein der Gnade Danus und Ihrem Ewigen Lichte verdanken wir eine Wende in diesem Schicksal, und so gelang es unseren Recken doch irgendwann, die Übermacht zu besiegen und durch Selbstopferung eines tapferen Kriegers, dessen Name für immer in einer Tafel in Talstein gemeißelt stehen soll, das Tor zu schließen.

Hätten die Danei nicht den Kriegern die Wahrheit über dieses Opfer erzählt, so hätte man uns schlußendlich wohl doch noch gelyncht. So aber können wir berichten, dass unter großen Verlusten dieser erste Teil der Mission um Talstein erfüllt wurde und Talstein vorerst befriedet ist. Ein detaillierterer Bericht mit Einzelheiten folgt direkt nach unserer Rückkunft und auf persönlichem Wege, da ich nicht riskieren möchte, dass diese Informationen womöglich in Feindeshand fallen.

Bis dahin verbleibe ich hochachtungsvoll im Namen des Pelen-Tans zu Talstein
Mutter Vara