Akademia Gutingy 22.-24. März 02

Akademiker! Magier, die sich als solche bezeichnen! Pah! Nicht einen echten Alchemisten gab es in Gutingy. Selbst der sogenannte Alchemist in seinem Labor stellte sich mir (soweit er sich überhaupt vorstellte, was nicht von großen Manieren zeugte) als Magier vor, der das Amt des Alchemisten nur ausführe, weil kein anderer zu finden sein". Und so was soll eine ehrliche Akademie sein. Dass ich nicht lache! Als ob man einem Magier in einem Schnellkurs die Feinheiten und das Wissen der Kunst aller Künste vermitteln könnte. Nun ja, es gab durchaus interessante Vorlesungen. Ich muss gestehen, dass auch die Magie so ihre Nischen hat, die im Bezug zur Alchemie doch ganz interessant sein könnten.

Besonders reizvoll fand ich Paseos Vorlesung über die Verhörmethoden und unser kleines spontanes Schauspiel. Paseo wählte Aaron und mich aus, uns eine Verleumdungsgeschichte auszudenken, was den ehrenwerten Erzkanzler angeht. Seine Studenten sollten dann ein Verhör vornehmen und uns die Wahrheit ans Licht bringen. Das gelang ihnen auch, jedoch nur ob unserer sehr knappen Vorbereitungszeit von etwa einer viertel Stunde. Hätten wir mehr Zeit gehabt, hätten wir mit Sicherheit den Sieg davon getragen. Man könnte direkt auf Ideen kommen. Hach.

Was mich an dieser Akademie am meisten irritierte, war, dass einer der ehrwürdigen Dekane offensichtlich ein Dämon aus einer anderen Dimension war. Mich schauderte es allein beim Anblick und Krümel wäre uns fast wieder stiften gegangen. Gegen Ende der Veranstaltung wurde unser beider Sorge dann auch noch bestätigt, als die buckelige Verwandtschaft eben jenes Dämons durch das Dimensionstor auf dem Gelände brach und Unheil stiftete. Glücklicherweise hatten Krümel und ich uns ein wenig verspätet (was sonst nicht meine Art ist) und waren daher nicht unmittelbar vor dem Tor zur Exkursion aufgestellt. Ich war froh, in der Flucht mein Heil suchen zu können.

Ach ja, richtig. Noch andere üble Dinge kamen durch dieses Tor. Der Erzkazler und Hoppenstätt beglückten mich mit einem "Geschenk" aus einer anderen Dimension, wie sie es nannten. Ich bin nun im Besitz von zwei riesigen weißen Spinneneiern, die der Erzkanzler ausgebrütet wissen will, um die Arachniden unserem zoologischen Garten hinzuzufügen. Pfui Spinne kann ich da nur sagen! Sehe ich aus wie ein Brutkasten?

Das eine Ei sieht bereits leicht grünlich aus. Ich bin fast sicher, es ist bei der Fahrt beschädigt worden und wird eingehen. Das andere, kleinere, ist glitschig und etwas in seinem Inneren raschelt leise. Ich werde den Schmied bitten, einen Käfig darum zu bauen, denn ich habe keine Lust, in naher Zukunft auf Spinnenjagd zu gehen, wohingegen die Spinne vielleicht Lust verspürt, in naher Zukunft auf Adeptenjagd zu gehen.

Ariella Beatrice von Rabenhorst