Schatten über Kranichfeld

1. - 5.6.06

Die Vorgänge um Kluft    (Entwurf)

An die Kanzlei der Silbermondgilde zu Kranichfels

Hier folgt nun ein kurzer Bericht über die Geschehnisse um Kluft während unseres Feldzuges im Junimond des Jahres 1006.

Bereits unsere Anreise gestaltete sich schwieriger, als erahnt. An einer Weggabelung lauerte uns eine Dryade auf, die mit fliegenden Schwertern vor allem nach den Magiern hieb. Man muss sich doch wundern, wie voreingenommen diese Kreaturen sind. Vergreife ich mich etwa an Bäumen?

Das Lager, das wir wohl bewacht wähnten, bereitete einen grausigen Anblick. Mehrere unserer Gildenbrüder und -schwestern fanden wir erschlagen vor und das Lager sowie der Fluchtstein waren unbewacht. Daran hatten wie erwartet auch die Blutigen Schwingen nichts ändern können.

Wir fanden immerhin das Sacrosanctum unbeschadet, das wohl durch eine der lokalen Gottheiten die "Einzige und Eine" geschützt wurde. Leider waren auch hier die Begleitumstände mangelhaft. Der Schlamm und die sanitären Anlagen, sofern man bei einem Donnerbalken davon reden kann, spotteten jeder Beschreibung.

Soweit ich als Laie die folgenden Tage in kampftechnischer Hinsicht zusammenfassen kann, litten die Truppen um Siegfried von Eichengrund unter ständigen Attacken von Seiten der Burg. Es gelang ihnen jedoch heroisch, den Fluchtstein bis zum Schluss zu verteidigen.
Unser Sacrosanctum wurde eher auf diplomatischem aber gleichermaßen unerfreulichem Wege heimgesucht, wobei der Vampir und seine Gespielin Gemahlin immer wieder zu scheinheiligen Verhandlungen einlud. Glücklicherweise waren und sind Herr Siegfried, Herr Lonegal und Erzkanzler Ben Nappo sich einig, keinerlei Verhandlungen in dieser Sache aufzunehmen.

Lediglich Magister Lasthit war sich nicht zu schade, dem Vampir mit einer Finte den Roten Folianten zu entreißen, der wohl in der Folge mitsamt dem Magister das zeitliche gesegnet hat.

Die Magierschaft war in den Tagen vor Ort hauptsächlich damit beschäftigt, nach Anleitung der Schwarzwaldreime die Elemente wieder in Ihre Gewalt zu bringen. Die diversen Ritualanleitungen werden zu gegebener Zeit in gebundener Form in der Bibliothek erhältlich sein.

Eine der vornehmlichen Aufgaben war selbstverständlich, Magister Herbstwald aus den Klauen des Feindes zu befreien. In vorbildlicher Zusammenarbeit gelang es der Magierschaft, ein Ritual zu entwerfen, das es bei Sichtkontakt mit dem Magister ermöglichte, diesen ohne Verzug in einen Ritualkreis zu teleportieren. Die Gelegenheit ergab sich, als der Feind in maßloser Selbstüberschätzung sein Opfer vor das Burgtor brachte, um es dort wie angekündigt zu exekutieren. Das Ritual gelang fehlerfrei, Magister Herbstwald verschwand vor den Augen des Feindes und erschien in dem vorgesehenen Raum. Leider waren seine Verletzungen zu weit fortgeschritten, als dass die Eichengrunder Heilerin noch hätte eingreifen können. Wir waren in der Lage, Herbstwald aus den Händen des Feindes zu reißen, jedoch nicht, ihn in den Schoß der Gilde zurückzuführen. Meines Erachtens ein klarer Teilerfolg.

In der Folge ging dann alles schief verliefen die Dinge nicht hundertprozentig wie geplant. Der Versuch, den Blutnebel mittels Wind aus der Burg zu vertreiben, scheiterte an der mangelnden Loyalität des verdammten Spitzohrs Erzkanzlers a.D. Ambrosius-Lamathiel, der wohl über den Verlust seines Freundes die Notwendigkeiten aus den Ohren Augen verlor. Die daraus resultierenden Fehlschläge sowie zwei weitere Todesopfer bereiten ihm hoffentlich einige schlaflose Nächte.

In der Folge musste der Plan, den Feuerkelch des Vampirs aus der Burg zu entwenden, verworfen werden.

Ebenso wurde durch einen Planungsfehler die Quelle nach erfolgreicher Reinigung erneut verschmutzt, so dass das Ritual ein zweites Mal durchgeführt werden musste. Zu allem Überfluss wurde dafür das Blut zweier Mitstreiter verwendet, die in die Hand des Feindes gefallen waren und bei der Gelegenheit ihr Leben verloren. Glücklicherweise verloren wir jedoch niemanden von Stand.

Die Hagazussa der Eichengründer war immerhin in der Lage, von der Dryade einen Pflock zu erflehen, der dem Vampir dem verdienten Schicksal zuführen sollte. Jedoch wurde besagtes Baumwesen kurz darauf von den Schergen Antoines gemeuchelt, so dass auch diese Anstrengung lediglich als Teilerfolg zu werten ist.

Am Ende blieb uns nichts als der offene Kampf. Mittels eines Drachenzahns konnten wir eine Fernwaffe gegen den Kelch des Vampirs erstellen, der unter dem Choral der Zerstörung in seinen Armen erlosch. Dennoch waren die Truppen nicht in der Lage, die Situation und die unzähligen Untoten unter Kontrolle zu bringen, so dass uns letztlich nur die blinde Flucht der taktische Rückzug durch den Fluchtstein blieb.

Die Folgen entnehmt freundlichst dem Bericht von Rubeus Hammerstein.

Freundlichst
Ariella Beatrice von Rabenhorst
Mag. Alc.