Eines in Grün

2. - 6.9.09

"Schock schwere Not, der Feenhof ist tot ! - Wer stielt uns jetzt die Kinder und frißt sie zum Abendbrot?"

Es fängt damit an, dass Feen nicht träumen. Warum also finde ich mich in einem Traum wieder, wo ich bunte Pilze esse, und von einer Pixie in Spinnweben als dumme Kuh beschimpft werde? Ihren Hof sollen wir retten. Den dunklen, denn es ist Nacht als ich den Traum habe, und so muss sie wohl zum dunklen Hof gehören.
Der Weg der Rettung ist das Messer des Kindfressers. Der kann ja nur am Winterhof sein. Und die dunkle G... das gö... das Monster wohnt im tiefen Traum. Um es zu vernichten, müssen wir hindurch.
Und so beginnt es. Mir ist schlecht, Tag und Nacht, weil das dunkle Etwas im Abgrund doch sehr die falsche Aura hat. Um dem noch eins draufzusetzen bringen Priester tags darauf einen toten Knochen irgendeines Heiligen ins Lager. Hätte mich nicht einer der Altvorderen gewarnt (ich nehme an Lamathiel), wäre ich wohl vergangen von all dem Licht und der Macht. Und dem Weihrauch. Pfui Spinne!
Aber Herr Niklas von Wildhack ist ein freundlicher Mann. Er sorgt sogar für die Fee in der Reisegruppe. Im Gegensatz zu meinem Gildenkollegen Achum, der mit mir Hufeisenwerfen spielen will.
Zur Überraschung meiner Mitreisenden erscheint der Sommerhof am Tage ungerührt und treibt Handel. Sie sind vertrauensseelig, auch wenn sie langsam schwinden. Viele von uns bemühen sich, Tagträume zu schaffen, für sich, und für die Feen. Wir tanzen, wir singen, wir dichten, wir bauen, wir kehren und handeln. Je mehr wir mit den Feen des Hofes zusammen sind, desto mehr strahlt ihr Glanz auf uns ab. Nicht dass ich es bräuchte...
Aber die Höfe wechseln täglich. Des Nachts wird uns klar, dass der Winterhof nicht ganz so offen ist. Ihn hat die dunkle Macht in den Klauen. Wer nicht zu ihnen gehört, den besingt der Banshee, oder frißt die Rotkappe. In der zweiten Nacht habe ich Wulf als "meine eigene Rotkappe" dabei. Das macht mehr Eindruck.
Ich fürchte, meine Mitreisenden fühlen sich nicht wohl unter den Unseeligen. Ich denke zwar, mir wird nichts geschehen, sollten sie mich entdecken, und so bleibe ich so dicht als möglich bei der Wahrheit. Doch Vendurion und Magister Gilgalion spielen sie übel mit, als sie sie haben. Auch Kain kann sich nur durch ein wahres Husarenstrück retten. Und seine barbusigen Feen hat er auch nicht bekommen.
Das Messer allerdings erringen wir. Leider schwächt das den Feenhof noch einmal zusätzlich. Lange wird er nicht mehr aushalten. Das merken wir alle am nächsten Tage, als die letzten des seeligen Hofes schwinden.
Glücklicherweise bleibt uns noch eine weitere Nacht, in der der Winterhof regiert. Sie sind wütend. verständlich. Aber sie sind schwach. Ich denke darüber nach, ob ich es wagen kann, mich zu zeigen, um sie zur Mithilfe zu überreden, aber man hält mich ab.
Auch wenn ich selber nicht in den tiefen Traum gehen kann (die Präsenz ist noch zu stark) so schaffen es die Recken am Ende, das dunkle Ding zu töten. Als man noch rätselt, ob es gelungen ist, wirft Feenritter Artus schon mit Hufeisen nach mir. Die Frage nach dem Erfolg erübrigt sich wohl. Jetzt wird es Zeit, das Messer seinem Besitzer zurück zu geben. Höchste Zeit. Wir schaffen es gerade noch, die Feen auf halbem Wege kniend um Vergebung zu bitten. Ich denke, das rettet uns allen das Leben und mir das Sein.
Wenn jetzt nicht einer unserer Gildenmitglieder sich würde fangen lassen, und die erstarkten Feen zur Hatz aufbrächen, wäre alles gut. Aber Krümel läßt sich erwischen. Und welcher Sterbliche rennt schon schneller, als ein Feenritter bis 13 zählen kann? Zum Glück darf ich zum ersten Mal Fusion üben und Magister Gilgalion kann ihn heilen. Schade, dass Krümel vor lauter Zittern dann nicht mehr an der Siegzesfeier teilnehmen kann, der kleine Tropf. Nunja, ein jeder muss Opfer bringen.
Jetzt bin ich Lehrling in der Gilde. Ich bin gespannt, was sie mir beibringen werden. Nichts aus dem Grünen Buch, leider. Ich hatte so gehofft... Nun denn, ich habe Zeit.

Arthemisia Sanddorn